Kurz vor zehn waren alle, wie verabredet an unserer Casa Partikular. Vero und Marc, die wir gestern am Kai kennen gelernt hatten und der Taxifahrer, den wir an der Straße angesprochen hatten. Wir zwängten uns in den alten Moskowitsch und los ging die Fahrt in Richtung des El Nicho Nationalparks. Es ging viel über Land und durch einige Dörfer. Das letzte Stück war eine Landstraße, die in die bergige Region der Sierra Madre führte. So musste der Wagen viele steile Anstiege bewältigen, die ihn an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit brachten, bis der Motor überhitzte und wir eine kleine Pause einlegen mussten. Der Fahrer füllte einen Kanister Kühlwasser nach und besorgte neues aus einem Bach. Nach einiger Zeit war der Motor dann wieder hinreichend abgekühlt so, dass ein neuer Versuch unternommen werden konnte. Tatsächlich schaffte es der Wagen bis zum höchsten Punkt des Anstiegs. Doch wo es nach oben geht, geht es irgendwann auch wieder bergab und so glühten nun sowohl die Bremsen, als auch die Kupplung.
Mit etwas Glück und der Zuverlässigkeit russischer Basteltechnologie kamen wir dann doch am Eingang des Nationalparks an. Hier hieß es mal wieder Geld zücken, um den Eintritt von 10 CUC´s zu entrichten, denn das Land braucht ja Devisen. Hier bekamen wir auch einen Guide zugewiesen, da es auf dem Gelände des Parks verboten ist, sich frei zu Bewegen. Als genügend Leute beisammen waren, ging es los mit dem Rundgang. Der Guide gab sich auch alle Mühe, uns die Früchte des Waldes zu erklären und ließ uns an einigen Blättern schnuppern. Der Dschungelpfad war recht gut ausgebaut und einige Holzbrücken führten über einen Fluss. Nach einiger Zeit erreichten wir einen großen Wasserfall, ein toller Anblick. Danach kam ein Anstieg, über eine, in den Waldboden gehauene, Treppe, an dessen Ende wir zu einem zweiten Wasserfall kamen, wo nun der beste Platz zum schwimmen sei. Also raus aus den Klamotten und rein in den Naturpool, eine Abkühlung, die wir gut gebrauchen konnten.
Danach ging es noch einige Meter den Berg hinauf, von wo aus man einen tollen Panoramablick hatte. Hier war der Umkehrpunkt und der Pfad ging an der anderen Flanke des Berges wieder herunter, bis man wieder am Ausgangspunkt der Route ankam. Hier gab es noch einmal die Gelegenheit in einem anderen Naturpool ein Bad zu nehmen.
In den kleinen Restaurant am Eingang zum Park nahmen wir eine kleine Mahlzeit zu uns, bevor wir und wieder mit unserem Taxifahrer trafen, um die Rückfahrt anzutreten. Am steilsten Stück der Landstraße ächzte der Wagen der Art, dass Alex aus dem Auto stieg – und schon schaffte es der Wagen!
Wieder zurück in Cienfuegos war für uns erst einmal Pause machen angesagt. Am frühen Abend erreichte uns eine SMS von Vero und Marc, ob wir nicht Lust hätten noch etwas Trinken zu gehen und da wir die Gesellschaft netter Leute immer zu schätzen Wissen, sagten wir zu und trafen uns am Plaza mit ihnen. Im Kulturzentrum gerieten wir dann eher zufällig in eine Doppelveranstaltung mit der Darbietung traditioneller mexikanischer Tänze und Live-Musik von einer Salsa Band mit einer phantastischen Sängerin. Zu später Stunde schafften wir es noch in eine Kneipe mit traditioneller Live-Musik bei einigen Mojitos, wo auch ich einmal die Gelegenheit hatte mir von dem Gitarristen etwas beibringen zu lassen. Erst als der Wirt uns keine Getränke mehr, zu dem von uns ausgehandelten Preis geben wollte, mussten wir das Lokal verlassen. Dumm von ihm. Auf dem Rückweg trafen wir dann auf einen Schlepper, dessen Beruf es ist Leute in Kneipen zu bringen und dafür Provision zu bekommen. Wir wollten natürlich eine Kneipe mit Musik und so brachte er uns wieder zurück in denselben Laden. Da der Wirt uns jedoch noch immer nichts mehr geben wollte tranken wir noch einen Absacker in einer kleinen Bar auf dem Weg, wo der nette Schlepper nun auch seine Provision von 0.50 CUC kassieren konnte. Alles in allem war es ein wirklich gelungener Tag.