Eine kleine Kutschenfahrt

PferdekutscheHeute mussten wir zunächst einmal etwas länger Schlafen. Als wir es dann doch endlich schafften, aus dem Haus zu gehen, war bereits die Mittagshitze in vollem Gange. Wir schafften es zum Plaza, wo wir eine Internetpause einlegten. In der Hoffnung auf eine Klimaanlage gingen wir in das Museum am Platz. Die gab es dort natürlich nicht. Statt dessen einige Ausstellungsräume die recht spärlich ausgestattet waren. Im Untergeschoß befand sich eine Sammlung Spatzierstöcke, daneben eine archäologische Sammlung mit einigen Faustkeilen und einer Rekonstruktion einer Grabstätte. Im Obergeschoß gab es eine Kunstausstellung, wo alle Bilder schief hingen. Auch ist in dem Museum eine Tanzschule untergebracht.

Auf unserem Weg zu den südlichen Stadtteilen wurden wir von einem Kutscher angesprochen, der uns anbot, zum Preise von 5 CUC eine Rundfahrt mit uns zu machen. Wir willigten ein und so fuhr er uns eine ganze Zeit herum und erklärte auch viel. Es hat sich also gelohnt. Am Ende brachte er uns in ein klimatisiertes Restaurant, wo wir eine kleine Zwischenmahlzeit einnehmen konnten.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Faulenzen und einem kleinen Abendspaziergang mit einem Zwischenstopp bei El Rapido, bei dem wir noch eine Pizza aßen.

El Nicho – ein toller Tag

Der WasserfallKurz vor zehn waren alle, wie verabredet an unserer Casa Partikular. Vero und Marc, die wir gestern am Kai kennen gelernt hatten und der Taxifahrer, den wir an der Straße angesprochen  hatten. Wir zwängten uns in den alten Moskowitsch und los ging die Fahrt in Richtung des El Nicho Nationalparks. Es ging viel über Land und durch einige Dörfer. Das letzte Stück war eine Landstraße, die in die bergige Region der Sierra Madre führte. So musste der Wagen viele steile Anstiege bewältigen, die ihn an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit brachten, bis der Motor überhitzte und wir eine kleine Pause einlegen mussten. Der Fahrer füllte einen Kanister Kühlwasser nach und besorgte neues aus einem Bach. Nach einiger Zeit war der Motor dann wieder hinreichend abgekühlt so, dass ein neuer Versuch unternommen werden konnte. Tatsächlich schaffte es der Wagen bis zum höchsten Punkt des Anstiegs. Doch wo es nach oben geht, geht es irgendwann auch wieder bergab und so glühten nun sowohl die Bremsen, als auch die Kupplung.

Mit etwas Glück und der Zuverlässigkeit russischer Basteltechnologie kamen wir dann doch am Eingang des Nationalparks an. Hier hieß es mal wieder Geld zücken, um den Eintritt von 10 CUC´s zu entrichten, denn das Land braucht ja Devisen. Hier bekamen wir auch einen Guide zugewiesen, da es auf dem Gelände des Parks verboten ist, sich frei zu Bewegen. Als genügend Leute beisammen waren, ging es los mit dem Rundgang. Der Guide gab sich auch alle Mühe, uns die Früchte des Waldes zu erklären und ließ uns an einigen Blättern schnuppern. Der Dschungelpfad war recht gut ausgebaut und einige Holzbrücken führten über einen Fluss. Nach einiger Zeit erreichten wir einen großen Wasserfall, ein toller Anblick. Danach kam ein Anstieg, über eine, in den Waldboden gehauene, Treppe, an dessen Ende wir zu einem zweiten Wasserfall kamen, wo nun der beste Platz zum schwimmen sei. Also raus aus den Klamotten und rein in den Naturpool, eine Abkühlung, die wir gut gebrauchen konnten.

Danach ging es noch einige Meter den Berg hinauf, von wo aus man einen tollen Panoramablick hatte. Hier war der Umkehrpunkt und der Pfad ging an der anderen Flanke des Berges wieder herunter, bis man wieder am Ausgangspunkt der Route ankam. Hier gab es noch einmal die Gelegenheit in einem anderen Naturpool ein Bad zu nehmen.

In den kleinen Restaurant am Eingang zum Park nahmen wir eine kleine Mahlzeit zu uns, bevor wir und wieder mit unserem Taxifahrer trafen, um die Rückfahrt anzutreten. Am steilsten Stück der Landstraße ächzte der Wagen der Art, dass Alex aus dem Auto stieg – und schon schaffte es der Wagen!

Wieder zurück in Cienfuegos war für uns erst einmal Pause machen angesagt. Am frühen Abend erreichte uns eine SMS von Vero und Marc, ob wir nicht Lust hätten noch etwas Trinken zu gehen und da wir die Gesellschaft netter Leute immer zu schätzen Wissen, sagten wir zu und trafen uns am Plaza mit ihnen. Im Kulturzentrum gerieten wir dann eher zufällig in eine Doppelveranstaltung mit der Darbietung traditioneller mexikanischer Tänze und Live-Musik von einer Salsa Band mit einer phantastischen Sängerin. Zu später Stunde schafften wir es noch in eine Kneipe mit traditioneller Live-Musik bei einigen Mojitos, wo auch ich einmal die Gelegenheit hatte mir von dem Gitarristen etwas beibringen zu lassen. Erst als der Wirt uns keine Getränke mehr, zu dem von uns ausgehandelten Preis geben wollte, mussten wir das Lokal verlassen. Dumm von ihm. Auf dem Rückweg trafen wir dann auf einen Schlepper, dessen Beruf es ist Leute in Kneipen zu bringen und dafür Provision zu bekommen. Wir wollten natürlich eine Kneipe mit Musik und so brachte er uns wieder zurück in denselben Laden. Da der Wirt uns jedoch noch immer nichts mehr geben wollte tranken wir noch einen Absacker in einer kleinen Bar auf dem Weg, wo der nette Schlepper nun auch seine Provision von 0.50 CUC kassieren konnte. Alles in allem war es ein wirklich gelungener Tag.

Auf der Viazul nach Cienfuegos

Am HotelUm kurz nach sechs klingelte der Wecker, noch Zeit für einen schnellen Auflöskaffee und das übliche Restepacken. Pünktlich um 6:40 Uhr fuhr das, am Vorabend organisierte, Taxi vor und brachte uns zur Busstation von Viazul, jenem Busunternehmen, mit dem wir hier gezwungen sind zu fahren. Vor der Station lungerten bereits einige Taxifahrer herum und einer von ihnen machte uns, wieder einmal, darauf aufmerksam, dass der Bus bereits voll sei. Da wir aber ja ein Ticket unser eigen nannten, ignorierten wir ihn und begaben uns in die Abfertigungshalle. Hier hieß es zunächst Schlange stehen. Der Zettel, den wir unser Ticket nannten wurde hier an einem Schalter eingetauscht in zwei Zettel, mit denen wir nun in den Bus einsteigen durften. Wir verabschiedeten uns von Peter, der noch am selben Tag nach Havanna zurück fuhr, um dort an einem Spanisch-Kurs teilzunehmen.

Unser Bus fuhr recht pünktlich um 7:40 Uhr los. Die Fahrt dauerte insgesamt 5 Stunden, denn es wurde zwischendurch eine kleine Pause von einer halben Stunde eingelegt und die erste Station war Santa Clara, was eigentlich einen Umweg darstellte. In Cienfuegos angekommen stürmte direkt ein Pulk von Menschen auf uns zu, die versuchten uns eine Unterkunft anzudrehen. Da wir jedoch schon eine Casa Particular vorgebucht hatten, schnappten wir unser Gepäck und begaben uns zum Schalter von Viazul, weil wir ja gelernt hatten, dass hier jegliche Weiterreise von der Verfügbarkeit der Bustickets terminiert wird. Wir stellten jedoch fest, dass der Schalter erst um 14:00 Uhr wieder geöffnet war. Also begaben wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Die war sehr leicht zu finden, da die Straßen hier schachbrettartig angeordnet sind und anhand der einfachen Nummerierung von Avenidas und Calles, die Orientierung einfach ist.

Nach ca. 10 Minuten bezogen wir unser neues Quartier. Nach einer kurzen Einweisung seitens der Gastfamilie in die örtlichen Attraktionen und einer Dusche dachen wir, es wäre clever direkt ein Busticket zu organisieren. Als wir wieder an der Busstation waren war vor dem Schalter schon eine lange Schlange von Menschen, denn alles scheint hier extrem chaotisch organisiert zu sein. Leute die nur zum nächsten Bus einchecken wollen stehen hier genauso in der Schlange, wie Leute, die ein Ticket kaufen wollen. Zudem ist die Schalterhalle voller Menschen und die Klimaanlage funktioniert nicht. Ich wollte jedoch so leicht meinen platz in der Schlange nicht aufgeben und so verharrte ich tapfer und versuchte nicht aufgrund eines Hitzschlages das Bewusstsein zu verlieren, während Alex eine Pizza essen ging. Nach etwa einer Stunde standen wir in dem klimatisierten Büro der Schalterbeamtin, die fortwährend noch Leute vor uns dran nahm, die zum nächsten Bus einchecken wollten. Mit dem Ticketkauf hat es dann doch geklappt und so haben wir eine Fahrkarte nach Trinidad für Dienstag.

An einer Ecke nahe der Busstation gab es einen kleinen Laden, der Essen verkaufte, für 25 Pesos National, also bestellte ich einen Teller. Es gab Schuhsohle mit Reis und Bananenchips. Ich aß allerdings nur die Hälfte – also den Reis. Danach machten wir einen kleinen Spaziergang zur Plaza Juan Marti, wo auch gleichzeitig der WIFI-Punkt ist. Der Tatsache zum trotz, dass man immer wieder aus den Netz flog, gelang es uns eine Unterkunft für Trinidad zu buchen. Dann setzten wir unseren Rundgang fort, welcher uns nicht nur zu einem kleinen Hafen, sondern auch zu der Erkenntnis führte, dass diese Stadt wirklich total schön ist. Am Kai trafen wir auf ein deutsches Pärchen, die, wie wir, gerade angekommen waren und deren Ziel es ebenfalls war, die Wasserfälle in der Nähe zu sehen. Also verabredeten wir uns für morgen, um die Tour evtl. mit einem Taxi statt mit einem Tourveranstalter zu machen. Alex und mir gelang es auch am selben Abend noch ein Taxi aufzugabeln, welches uns morgen früh abholt. Für die hälfte des Preises, den ein Veranstalter nehmen würde.

Alles muss raus!

Bei Super MachiHalbwegs pünktlich wollten wir heute aufstehen, denn es war ja der große Tauchausflug an die Karibik-Küste geplant. Als Peter mit dem Kaffe auf unser Zimmer kam, hatte er eine weitere schlechte Nachricht: Bis zwölf Uhr sollten wir unser Zimmer räumen, da alle Räume für die nächsten fünf Tage vermietet seinen. Mist! Also mussten wir schnell reagieren. Schnell das Morgenprogramm erledigt und packen. Wir durften unser Gepäck solange dort lassen, bis wir eine neue Unterkunft gefunden hatten. Während Peter und Alex sich mit der Hilfe der Hausangestellten ein Zimmer suchten, ging ich zum Aquazul-Hotel, um mich um die Umbuchung der Tauchgänge zu kümmern, denn an die Karibikfahrt war jetzt nicht mehr zu denken. Zur Umbuchung musste ich mit zum Dive-Center fahren, welches glücklicher Weise nur zehn Minuten zu Fuß entfernt war. Anstandslos buchten sie uns auf den nächsten Tag und wir verabredeten, um acht Uhr am Aquazul sein. Ich lief zurück zu unserer Casa, wo der Chef schon wieder unter dem Einfluss des Frühstücksrums stand. Während meiner Abwesenheit hatten Alex und Peter schon ein neues Zimmer organisiert, welches aber erst um gegen Mittag bezugsfertig sein sollte. So vertrieb ich mir die Zeit mit einem Spaziergang und Kaffeetrinken, während Peter und Alex sich am Strand verlustierten.

Als unsere neue Casa Partikular bezugsfertig war, schleppten wir unsere Sachen rüber. Das Zimmer ist sogar schöner als das beim Doc. Darauf gönnten sich Alex und Peter eine Massage und danach gab es bei „Super Machi“, unserem bevorzugten Streetfood Laden ein super Schweinegeschnetzeltes.

Am Abend gab es am WIFI-Punkt wenigstens mal eine gute Nachricht: Die Umbuchung für die Unterkunft in Ciefuegos wurde ohne Probleme akzeptiert.

Die Komplikationen Kubas

VelotaxiWeil wir ja nicht ewig in Varadero bleiben wollen, war heute der Tag, an dem wir unsere Weiterreise zu planen gedachten. So begaben wir uns denn zum WIFI-Punkt, um eine Unterkunft in Cienfuegos zu organisieren. Das war auch kein Problem. Über Hostelclub.com fanden wir eine recht günstige Casa Partikular, die wir auch sofort für den übernächsten  Tag buchten, denn morgen ist ja noch eine Fahrt zum Tauchen geplant. Dann mussten wir noch den Bus buchen. Also führen wir mit einem Velo-Taxi zur Viazul-Station, wo wir uns am Ticketschalter anstellten. Hier gab es dann die nächste schlechte Nachricht, denn an der Bus war schon ausgebucht. Die nächste Möglichkeit ist somit erst am Samstag, also haben wir schnell gebucht, bevor uns das dann auch noch durch die Lappen geht. So mussten wir also zurück und unsere Buchung für das Zimmer direkt wieder ändern, mittels einer E-Mail direkt an den Betreiber der Unterkunft. Wir haben also auch hier wieder gelernt, dass Kuba echt kein Land für Individualreisende ist – erst Bus, dann Zimmer!

An der Ecke zum WIFI-Punkt entdeckten wir ein kleines Cafe, wo man ganz wunderbaren Kaffe und ein Stück Kuchen für einen CUC bekommt und das klimatisiert. Eine gute Gelegenheit, für ein paar Minuten der Nachmittagshitze zu entfliehen.

Auf dem Rückweg kamen wir an einer Art Biergarten vorbei, wo eine Rockband gerade ihren Soundcheck machte und so beschlossen wir dort ein Bucanero zu bestellen. Die Show war super und so kam es zu einer unbeabsichtigten Party. Doch schon um neun Uhr packte die Band wieder ein und wir fuhren zurück unserem „Doc´s House“, wo wir dann nicht ganz so pünktlich ins Bett kamen, wie eigentlich geplant.

Ein Tag in Varadero

Pollo FritoDer erste Gang des Tages führte uns zur Bank, mit der Feststellung, dass hier zwar meine Visa-Karte, nicht aber Alex Master-Karte am Automaten funktioniert. Alex hat noch mehrere Banken ausprobiert, es bleibt aber hier nur die teure Möglichkeit der direkten Barauszahlung. Allerdings nicht mehr am selben Tag, da der entsprechende Automat kaputt war.

Nach einer Tasse Kaffee sind wir dann zum Tauchladen und haben hier vier Tauchgänge gebucht. Morgen gibt’s die ersten zwei des Urlaubs. Eine SMS erreichte Alex, dass Anne und Holger bereits am Flughafen wären um zurück nach Hause zu fliegen. Uns ist das recht unverständlich aber wenn die beiden meinen es wäre besser so, sollen sie es machen.

Gegessen haben wir dann bei „Super Machi“, einem Streetfood-Laden, wo man für wenige CUP´s, die wir mittlerweile haben, einen exzellenten Fisch bekommen kann, mit reichhaltiger Reis und Bohnen-Beilage.

Am Nachmittag sind wir dann noch mal los zum WIFI-Punkt. Den es hier in einem Einkaufszentrum gibt. Das Internet hier ist jedoch so überlastet, dass ans bloggen nicht zu denken ist. Zu alledem muss man Internet-Karten kaufen, die jeweils nur für eine Stunde lang gültig sind. Also ein sehr mühsames unterfangen.

Den Abend haben wir am Lai Lai Restaurant ausklingen lassen, wo man sehr leckere Spaghetti für nur 3.75 CUC bekommt.

Über Havanna nach Varadero

SonnenuntergangUnsanft wurden wir von Abdel geweckt, denn wir waren um sieben Uhr mit Victor, unserem Fahrer, verabredet, der jedoch schon 20 Minuten zu früh vor der Tür stand. Wir packten in Windes Eile unsere sieben Sachen und beluden den Wagen. Während dessen schüttete ich mir schnell zwei Tassen Kaffee in die linke Herzkammer, in der Voraussicht, dass es wohl erst viel später einen Weiteren geben würde. Die Rückfahrt nach Havanna dauerte nicht ganz so lange, da zwischendurch keine Pause gemacht wurde.

Noch am Vormittag waren wir bei Raul. Dort gab es zunächst ein Frühstück, bei andauernder Diskussion, was denn nun als nächstes zu tun wäre. Wir einigten uns auf Varadero als Bestimmungsort. Alex und ich stiefelten dann los, um an der Busstation nach Möglichkeiten der Weiterfahrt zu fahnden. Allerdings fahren ab dort nur jene Busse, die für die Einheimischen sind. Wir Touristen müssen die teuren nehmen. Also sind wir kurzerhand an die Ecke mit den Taxen gelaufen. Und hatten einen Fahrer organisiert, mit dem wir dann die anderen abholen wollten. In der Zwischenzeit hatten die aber auch einen Fahrer organisiert. Und so musste unser Fahrer nun besänftigt werden, da er ja nun keine Fahrt mehr hatte – natürlich mit Geld.

Also alle rein in den Wagen und ab nach Varadero. Dort ließen wir uns zur ersten Casa Partikular bringen, die im Lonely Planet aufgeführt war. Diese war jedoch bis September ausgebucht. Die Betreiberin nannte uns aber ein Hotel, welches recht preisgünstig wäre. Dort fragten wir nach aber 125 CUC pro Nacht fanden wir nicht wirklich günstig uns so ließen wir uns von der Frau an der Rezeption eine Casa empfehlen. Als wir dort ankamen war der Chef schon voll. Doch sein Assistent zeigte uns die Zimmer. Bei Anne und Holger entbrannte ein plötzlicher Streit und beide zogen es vor, in das teure Hotel zu gehen, stiegen in den Wagen und fuhren Weg. Wir drei Übriggebliebenen bezogen das „schönste“ Zimmer, und orientierten uns noch ein wenig in der Umgebung und fanden die erste Streetfood-Bude des Urlaubs. Pollo Frito war das Gericht des Tages. Dann schlenderten wir noch ein wenig am Strand entlang und entdeckten ein chinesisches Restaurant mit Ausschank, wo wir den Sonnenuntergang genossen.

Der Tag am Pool

PooltagNachdem der gestrige Kneipenabend länger ausgefallen war als geplant, konnten wir unsere Weiterfahrt nicht mehr am selben Tag organisieren. Und so versuchten wir zumindest für den nächsten Tag Tickets zu bekommen. Vor dem Ticketschalter sprach uns ein Tour-Organisator an, der uns mitteilte, dass der Bus für den Folgetag bereits voll sei. Ich glaubte ihm natürlich kein Wort. Als wir zum Schalter wollten drängelte er sich vor und sagte etwas auf unverständlichem Spanisch zu dem Mann am Schalter, der uns daraufhin erklärte, dass der Bus für drei Tage ausgebucht wäre. Was für eine Mafia! Der wollte uns also zwingen, das teure Taxi von ihm zu kaufen. Unverrichteter Dinge zogen wir wieder ab, um von unserer Unterkunft unseren ehemaligen Fahrer Victor anzurufen. Der kommt dann auch morgen um uns nach Havanna zurück zu bringen.

Als wir überlegten, uns noch an diesem Tag eine Tour zum Strand zu gönnen, stand plötzlich der Typ vom Busterminal in unserer Casa Partikular, mit all seinem Verkaufszeug. Bei dem haben wir natürlich nix gebucht. Stattdessen haben wir uns im Hotel auf dem Berg an den Pool gelegt und dort den Tag verbracht.

Rundfahrt um Vinales

Blick vom Hotel 2Nach einer lang andauernden Diskussion, wohin und warum wir dorthin wollten, die aber zu keinem Ergebnis führte, bestellten wir dann doch ein Taxi, um uns die Sehenswürdigkeiten der Umgebung anzuschauen.

Die erste Station war die Cueva de los Indios, die im Reiseführer als Tour über einen unterirdischen See beschrieben wurde. Am Eingang kaufte man sich ein Ticket, und musste dann fünf Minuten vor einer Bude warten, wo es Rum mit Zuckerrohrsaft zu trinken gab. Erst als die Reisegruppe vor uns weiter ging durften wir uns auch anschließen. Zum Eingang der Höhle selber führte eine Treppe, auf der ein einsamer Mariachi das Lied „Cielito Lindo“ zum Besten gab. In der Höhle führte ein Pfad zu einer Menschenschlange, an der man sich anstellte, um in eines der Boote gelassen zu werden. Nach ca. 20 Minuten waren wir dann an der Reihe. Wir stiegen mit vielen anderen Touristen ein und schon ging die Fahrt los. Der Steuermann zeigte mittels eines Laserpointers auf diverse Felsformationen, in denen angeblich verschiedene Figuren zu sehen waren. Fünf Minuten später war die Fahrt auch schon wieder vorbei. Am Ausgang gab es wieder Rum.

Die nächste Station war eine weitere Höhle, in der sich angeblich entflohene Sklaven versteckt hielten. Man zahlte seinen Obolus in einem Restaurant und durfte die, nur 150m lange Höhle betreten. Auf dem Weg waren einige Steinskulpturen von Schlangen und Spinnen versteckt. Am Ausgang versuchten Schauspieler einen zu erschrecken, indem sie einen mit einem langen Grashalm eine Schlange imitierten. Hat dann auch geklappt und sogleich wollten die Leute Trinkgeld haben. Tja, wenn du Trinkgeld willst – erschreck mich nicht! Der Rückweg zur Bar verläuft dann außen herum. Als wir zum Restaurant zurück kamen, gab es Rum mit O-Saft.

Als nächstes ging es zu einem Bauernhof, auf dem Tabak angebaut wurde und uns ein Vortrag über den Prozess der Zigarrenproduktion gehalten wurde, der wirklich interessant war. Vor Publikum wurde eine Zigarre gerollt und sofort wurden Pakete zum Verkauf angeboten.

Dann ging es zur prähistorischen Höhle, wo ein riesiges Gemälde auf eine Felswand gepinselt ist. Wir durften ein Foto machen und fuhren wieder.

Letzte Station war ein Hotel, von wo aus man einen tollen Blick über das ganze Tal hat. Die Fotos mussten schnell gemacht werden, da sich ein mächtiger Regenguss ankündigte. Danach ließen wir uns in einem Restaurant nieder, bis der Regen vorbei war. Für den Tag hatten wir genug vom Touristen-Nepp.

Weiterreise nach Vinales

Es geht weiter!Auralia, unsere Herbergsmutter hatte uns ein Taxi nach Vinales organisiert, welches und von Casa zu Casa bringen sollte, zum Preis von 15 CUC pro Person. Viktor, unser Fahrer war schon früher als erwartet vor Ort. Die Schüssel, die uns fahren sollte, war eine jener 50er Jahre Karren, die hinter sich öligen Rauch ausspie. Der Motor wurde auch bis nach Vinales nicht mehr abgestellt. Scheinbar aus Gründen der Sicherheit, da er sonst wohl nicht mehr zu starten war. Wir verluden unser Gepäck und die Fahrt, welche ca. drei Stunden dauern sollte, ging los. Als wir Havanna hinter uns gelassen hatten Fuhren wir auf einer dreispurigen Autobahn, auf der schein bar auf allen Spuren überholt werden darf. Der Fahrer zwang sein Fahrzeug auf Höchstgeschwindigkeit (von ca. 80 km/h), wobei es immer mal wieder seitlich ausbrach, da die Spurstange wohl schon wegoxidiert war. Es gab zwei Pausen, eine an einer Kaffeebar, und eine an einer Tabakfarm, wo direkt eine Verkaufsveranstaltung für die hiesigen Produkte  präsentiert  wurde, auf deren Erwerb wir jedoch verzichteten.

Viktor brachte uns zu jener Casa Particular, welche Auralia für uns gebucht hatte. Nach einer kurzen Besichtigung entschieden wir uns dann für den Laden gegenüber. Abdel unser neuer Herbergsvater verkaufte uns auch sogleich ein opulentes Mahl für den Abend, welches wir auch nach einigem Ausruhen und einem kleinen Stadtrundgang Serviert bekamen. Es gab Langusten, Hähnchen mit Reis und Bohnen und war wirklich gut.