Rundgang durch Santiago

Diese Kastell ist jetzt eine SchuleGut, die Pizza in Herzchenform war wohl keine gute Wahl, denn der, in jedem Urlaub obligatorische, Durchfall bestimmte die Gestaltung des Vormittags. Nach einer Immodium zum Frühstück wollten wir zum Cubatours-Büro, welches aber geschlossen hatte. Vor der Tür sprach uns ein Taxi-Fahrer an, ob wir denn nicht eine Stadttour machen wollten. Nach den Preisverhandlungen einigten wir uns auf eine kleine Tour mit ihm, bei der wir die etwas weiter entfernten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Gesicht bekamen.

Wir sahen jenes Kastell, bei dem die ersten Schüsse der Revolution gefallen waren und den Friedhof, mit dem Mausoleum des Herrn Marti, bei dem wir den Wachwechsel mitbekamen.

Am Ende der Tour brachte uns der Taxi-Mann zu einem kleinen Restaurant auf einer Dachterrasse, wo wir vorsichtig einen Salat bestellten. Danach brachen wir auf, um den Rest der Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu bewältigen. Auf der Terrasse des Herrn Velasquez hat man einen tollen Blick auf die Bucht von Santiago. Daher wurde von hier aus auch damals nach Piraten Ausschau gehalten. Leider kostet das Fotografieren hier einen CUC, das hätte Herr Castro so beschlossen, wie man uns sagte. Die Preisvorstellungen des Herrn Castro hielten wir allerdings für übertrieben und so guckten wir nur, denn das kostet keinen CUC.

Danach besuchten wir den Tivoli, das ehemals Französische viertel der Stadt und gingen dann hinunter zum Hafen. Zum Glück liegen die restlichen Sehenswürdigkeiten direkt bei uns um die Ecke und so konnten wir noch eine Klimaanlagenpause in unserer Casa einlegen, bevor wir uns diese bei einem kleinen Abendspaziergang ansahen. Den Sonnenuntergang schauten wir dann von der Terrasse des großen Hotels vor der Kathedrale.

Weiter nach Santiago de Cuba

Die große TreppeEs war ein ruhiger Vormittag, denn wir mussten erst um 12.00 Uhr am Viazul-Bus sein. Wir hatten zwar noch kein Ticket, aber dafür mal wieder eine Reservierung. Unser Herbergsvater hatte uns eine Unterkunft in Santiago besorgt, mit Abholservice an der Busstation. Diese Art an Unterkünfte zu kommen ist uns nun schon zu einer willkommenen Bequemlichkeit geworden. So hangelt man sich von Casa zu Casa.

Nachdem wir noch ein wenig auf der Terrasse dem Müßiggang gefrönt hatten, schnallten wir unsere Rucksäcke auf, um uns zu Fuß zur Busstation zu kommen. Der Weg war natürlich recht beschwerlich, da die Mittagshitze schon in vollem Gang war. An der Busstation waren wir fast die Ersten und bekamen schnell unser Ticket. Dann hieß es, uns zum Checkin des Gepäcks zu begeben. Wir stellten unsere Rucksäcke neben die anderer Reisender und harrten der Dinge die da kommen würden. Die Hitze in dem Gebäude war unerträglich und so ließen wir andere auf unser Gepäck aufpassen und stellten uns vor die Tür. Eineinhalb Stunden lang tat sich am Schalter gar nichts, nur ab und an wurde mal ein Gepäckstück angenommen, bis es ein großes Gerangel unter den Kubanern gab. Es stellte sich heraus, dass die vom Gepäckschalter eine Extragebühr verlangten und darüber gestritten wurde. Man muss dazu sagen, dass ein kleiner Gepäckschalter alle Busse abfertigt. Und so bildeten sich immer wieder Seitenschlangen von Menschen, die schnell ihr Gepäck für die vorher fahrenden Busse unterbringen wollten. Am Ende standen nur noch die Leute, die mit dem Viazul-Bus fahren wollten in der Schlange. Fünf Minuten vor Abfahrt kam dann die Order, dass alle sich zum Bus begeben sollten. Also taten auch alle zur gleichen Zeit das gleiche und so gab es erneut ein Gerangel darum, das Gepäck in den Bus zu quetschen.

Irgendwie schaffte es der der Bus trotz dessen recht pünktlich loszufahren. Die Strecke geht durch die Gebirgslandschaft Guantanamos und das Gefährt hatte mitunter einige Mühe die Steigungen zu bewältigen. Es ging über einige Passstraßen, die einen tollen Blick in die Täler ermöglichten. An einer Stelle wurde eine kurze Pause eingelegt, mutmaßlich bei Kumpeln des Busfahrers, wo man die Gelegenheit hatte, die Toilette zu besuchen oder Wasser einzukaufen. Nach zehn Minuten ging es dann weiter. Nach der Überwindung der Gebirgskette kamen wir wieder an der Küstenstraße aus, die uns nach Guantanamo-Stadt brachte. Bei der Fahrt durch die Stadt bemerkten wir schon, dass der ganze Bus auffällig ruckelte. Beim Halt an der Busstation schauten sich die Busfahrer das verdächtige Hinterrad an, und beschlossen, den Bus doch mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Also mussten alle den Bus verlassen und schon fuhr er weg. Wir wurden angehalten den vorderen Bereich des Busbahnhofs aufzusuchen, wo fliegende Händler ihre Waren anpriesen. Schnittchen, Kokoskuchen oder auch Getränke konnte man hier erwerben.

Dann sollten wir alle zum Bus zurückkehren. Scheinbar haben die Busfahrer demokratisch Beschlossen, dass das Gefährt noch bis Santiago halten würde und so fuhren wir wieder los. Der Bus ruckelte immer noch, aber dafür hatte man sich auf ein Höchsttempo von 30 Km/h geeinigt. Dementsprechend länger dauerte nun auch die Fahrt. Am Abend, kurz vor Sonnenuntergang waren wir dann in Santiago.

Ein eigens bestellter Taxi-Fahrer hielt ein Schild mit unseren Namen hoch und wir folgten ihm zu seinem Taxi. Einem Mercedes aus den 50ern, der uns wohlbehalten zu unserer Casa-Particular brachte. Nach einer kurzen Dusche machten wir noch einen kleinen Spaziergang und aßen in der Pizzeria Fuji. Es gab eine Riesenpizza in Herzchenform.

Alexander von Humloldt Nationalpark

Ein Blick zurückDie von uns am Vortag gebuchte Tour schien uns das meiste zu bieten, Wandern, Bootsfahrt und Strand für 29 CUC´s. Wir waren, wie verabredet um halb neun am Büro von Eco-Tours. Nach einiger Wartezeit kamen dann auch die zwei Wagen, die uns und die fünf anderen Teilnehmer zum Nationalpark bringen sollten. Der Park liegt ca. 20 Kilometer außerhalb von Baracoa, und so ging es über die Buckelpiste, die wir schon von der Hinfahrt her kannten, dorthin.

Herausgelassen wurden wir an einer wunderschönen Bucht, in der angeblich Manatis (Seekühe) ihre Jungen gebären. Wir wurden in ein Ruderboot gesetzt und der Fahrer des Bootes legte sich in die Riemen. Er ruderte an den Mangroven vorbei, während uns unser weiblicher Guide die Pflanzen und Tierwelt erklärte. In einem Kanal in den Mangroven sahen wir einen Kolibri in seinem Nest. Wir wurden noch einige Zeit in der Bucht umhergerudert, in der Hoffnung die Manatis zu sehen, die sich allerdings nicht zeigen wollten. Die gesamte Bootsfahrt dauerte etwa eine Stunde. Man muss aber sagen, dass wir da schon bessere Mangroventouren gesehen haben. Nachdem wir wieder an Land waren, wurden wir mit den Autos zu unserer Wanderung gebracht. An einem Stand am Straßenrand wies uns unsere Leiterin darauf hin, dass dies die letzte Möglichkeit sei, noch etwas zu trinken zu bekommen und so kauften einige Leute noch etwas, bevor es dann in den Nationalpark ging. Es ging auf einer Art Piste einen Hügel hinauf. Die Erde hier ist rotbraun, eine Erscheinung, die auf die Erzvorkommen hier zurückzuführen ist. In erster Linie sind es Nickel und Eisen.

Der Weg führte zunächst durch einen Nadelwald. Unser Guide erklärte einiges über die Pflanzen hier und wir sahen einige Arten von kleinen Echsen. Dann ging es ein wenig mehr durch das Unterholz, auf kleinen, ausgetretenen, Pfaden. Man muss schon trittsicher sein, denn der Lehmige Boden ist schon mit unter etwas rutschig, sowie es mein Hintern einmal zu spüren bekam. Unser Guide versuchte uns einige besondere Vögel zu zeigen, die aber im Dickicht für mich nicht wirklich erkennbar waren.

An einem Flusslauf legten wir eine kurze Pause ein, um ein wenig zu verschnaufen, bevor man nun an einigen Stellen tatsächlich etwas klettern musste. Nachdem man über Steine einen kleinen Bach überqueren musste, gab es einen Stand, wo ein Mann verschiedene Früchte zum Verkauf anbot. Unter anderem auch Trinkkokosnüsse. Für einen CUC erwarb ich eine solche und konnte auch noch von den Früchten des Waldes naschen. Nach dieser kleinen Zwischenstation musste der Fluss durchquert werden. Während nun die meisten ihre Flipflops zückten, zog ich es vor, meine Schuhe anzubehalten, eine Technik, die sich bis jetzt immer bewährt hat. Insgesamt durchquerten wir denn Fluss viermal an besonders schönen Stellen. Nach der letzten Durchquerung gab es die Gelegenheit in dem Fluss zu baden. Während auch hier wieder die Leute ihre Schwimmsachen in improvisierten Handtuchkabinen anzogen, entledigte ich mich meinen Schuhen säuberte sie im Fluss, zog das Hemd aus und sprang rein. Eine herrliche Abkühlung. Nach ca. einer Dreiviertelstunde sollte es dann weiter gehen. Allerdings waren es nun nur noch etwa 500 Meter bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, wo bereits die Autos bereit standen.

Die nächste Station war ein Badestrand mit weißem Sand in einer schönen, kleinen Bucht, wo sich allerdings ein Bungalowhotel befand. Aber somit hatte man die Gelegenheit im angeschlossenen Restaurant einen Sandwich zu essen, was ich dann auch tat. Nach einer Stunde wurden wir dann wieder zurück nach Baracoa gebracht. Insgesamt hatte die Tour sieben Stunden gedauert und war wirklich ihr Geld wert. Ein toller Tag mit reichlich Eindrücken.

Kaum waren wir wieder zurück musste Alex auch schon bald wieder zu ihrem Tanzkurs. Wir verabredeten uns für danach in der Casa de Cacao, dem Veranstaltungsort jener Bildungsveranstaltung. Denn wir hatten noch etwas vor: Die Rumflasche, die irgendwann am anderen Ende von Kuba, am Anfang des Urlaubs, in Vinales gekauft wurde und die wir bis hierhin geschleppt hatten, wollten wir nun endlich leer machen.

Es war nicht ganz einfach Cola zum mischen zu bekommen, da alle Bars rund um den großen Platz immer nur nach Marktlage verkaufen. So kann es sein, dass es in der einen Kneipe Bier gibt, welches aber nicht kalt ist und in der anderen Cola, die auch nicht kalt ist. Nachdem wir dann eine warme Cola bekommen hatten, konnte es los gehen. Später trafen wir noch Alex´ Tanzlehrer mit zwei seiner Schüler, einem Geschwisterpärchen aus Frankreich und einer Niederländerin mit ihrem Mann. Und so verbrachten wir einen Tollen Abend vor einer Salsa-Bar mit Live-Musik, bevor wir noch auf einen Absacker in die örtliche Disco „La Terraza“ gingen, die allerdings schon um zwei Uhr zu machte und so schlossen wir den Laden mit ab.

Visum verlängern – der nächste Versuch

Auch WIFI-PunktDer Wecker schellte um sieben, denn wir hatten ja viel zu tun. Nach einem schnellen Kaffee sind wir direkt losgelaufen, um bei der Bank die Cebullos, oder wie die Dinger heißen, zu kaufen. Diese sind zur Verlängerung der Visa unbedingt erforderlich, denn sonst wartet man einen ganzen Tag vergebens in der Immigration.

Da die Banken hier um acht Uhr aufmachen, empfiehlt es sich, bereits frühzeitig dort zu sein, um sich in die Schlange einzureihen. Als wir ankamen hatte die Bank noch zu, doch der Türsteher war schon auf seinem Posten. Er erklärte uns, dass wir im gegenüberliegenden Park nachfragen sollten, wer denn der letzte in der Reihe der Anstehenden wäre, um uns ordnungsgemäß anzustellen. Dieses kubanische Ritual kannten wir ja schon. Der Park war jedoch schon voller Menschen, die auf die Öffnung der Bank warteten. So stellten wir uns nicht in den Park, sondern vor die Treppe der Bank. Hier erfuhren wir, dass die beiden Damen, welche dort schon saßen, repräsentativ die beiden Reihen für das Schlangestehen darstellten. Eine Reihe für Geldgeschäfte in Pesos National, und eine für Devisengeschäfte. Als die Bank öffnete, kam ein Herr heraus, der eine erste Abfrage der Anliegen startete, und dementsprechend Leute in die Bank ließ. Als er auf uns zeigte riefen wir entschlossen „Cebullos – extencion de la visa!“. Daraufhin winkte er uns herbei und wies uns einen Schalter zu. Nachdem der Schalterbeamte seinen Arbeitsplatz eingerichtet hatte, durfte ich nach vorne kommen, um meine Bittstellung vorzutragen. Ich legte ihm meinen Pass vor und die 25 CUC, die die ganze Sache kosten sollte und der Mann begann sorgfältig von einem großen Borgen Briefmarken abzuknibbeln, die er dann gekonnt in die Quittung einrollte, die ich zuvor unterschreiben musste. Damit war die Sache für mich erledigt und Alex war an der Reihe.

Das nächste Ziel war die Immigration, die hier in Baracoa in der Polizeistation untergebracht ist. Als wir dort ankamen waren dort schon die meisten Warteplätze besetzt und wir stellten uns schon auf eine mehrstündige Wartezeit ein. „Nachfragen hilft!“, dachten wir uns, und so liefen wir in das erstbeste Büro, um zu fragen, ob man hier sein Visum verlängern kann. Der Mann der gerade jemandem die Fingerabdrücke abnahm deutete auf ein Büro hinten in einer Ecke. Als ich dort nachfragte, stellte sich heraus, dass es sich dabei um die Führerschein und Zulassungsstelle handelte. Die Dame am Schreibtisch bat um einen Moment Geduld und bearbeitete zunächst den, ihr vorliegenden Antrag, bevor sie in einem Nachbarbüro die Visumsstelle eröffnete. Leider war noch ein Herr vor uns dran und so mussten wir warten. Nach ca. 20 Minuten war der Mann fertig und jemand anderes hatte sich vorgedrängelt. Daher stellte ich mich dann direkt vor die Tür, sodass sich da keiner mehr reindrängen konnte. Als ich dann an der Reihe war, bestellte ich Alex ebenfalls ins Büro, zwecks Vordränglervermeidung. In aller Seelenruhe bearbeitete die Dame nun meinen Antrag, sie füllte ein Formular aus, schaute auf den Datensatz im Computer, welcher übrigens alle Stationen unsere Reise aufwies, also alle Orte an denen wir waren und die Casa Particulars, in denen wir gewohnt haben. Man wird hier als Tourist schon recht gut überwacht. Dann durfte ich ihr voller Stolz die Briefmarken übergeben, die wir bei der Bank gekauft hatten und fachmännisch klebte sie diese auf das Formular. Dann fragte sie nach der Krankenversicherungsbescheinigung. Glücklicher Weise hatte ich eine Kopie davon parat. Nur Alex guckte etwas verdutzt und gestand, dass sie diese Unterlagen nicht dabei hätte, sie sich aber in ihrem Rucksack befinden würden. Mein Antrag war damit erledigt und auf meiner Touristenkarte prangte nun ein neuer Aufkleber.

Damit Alex sich nicht wieder neu anstellen musste, bot ich an, während der Bearbeitung ihres Antrages die Dokumente aus unserer Casa zu holen. Also schoss ich, hermesgleich mit geflügeltem Schuhwerk, aus der Behörde, die Straße entlang, am Park vorbei, den Berg herunter bis zu unserer Casa, holte die Unterlagen und rannte die ganze Strecke wieder zurück und das alles in nur 18 Minuten in der bereits einsetzenden Mittagshitze. Völlig durchgeschwitzt übergab ich die Unterlagen und ließ mich auf den Boden sinken vor Lungenpein. Ähnlich muss sich wohl jener Bote gefühlt haben, der die Siegesbotschaft nach Athen brachte, als sich die Griechen gegen die Perser zu Wehr setzten. Während ich versuchte meine Transpiration auf ein normales Niveau zurück zu bringen wurde auch Alex Visum verlängert.

Durch den Erfolg unserer Mission schon etwas übermütig, wollten wir dann den Viazul-Bus buchen, um auch im Reiseplan ein Mehr an Sicherheit zu bekommen. Leider war hier jedoch der Computer kaputt und so bekamen wir, ähnlich wie in Trinidad nur eine Reservierung. Zahlen sollen wir dann am Tag der Abfahrt.

Als nächstes gingen wir dann zu Eco-Tours, um eine Tour für den nächsten Tag zu buchen, was auch von Erfolg gekrönt war. Danach gingen wir zurück zu unserer Casa, um dort die Mittagshitze zu überstehen. Am Abend hatte Alex ihren ersten Salsa-Kurs und später gingen wir noch zu einer Tanzveranstaltung der Gruppe Bararumba, bei der afro-kubanisches Kulturgut zum Besten gegeben wurde.

Privattransport nach Baracoa

Manati-BuchtSchon um sieben klingelte der Wecker, Raphael, der Vermittler oder ähnliches,  mit dem wir uns gestern über die Weiterfahrt unterhalten hatten, stand um acht Uhr auf der Matte. Wir hatten uns entschlossen, die teure Privatfahrt nach Baracoa in Kauf zu nehmen, um nicht über Santiago fahren zu müssen, wo wir eh noch hin wollen. Diese Fahrt schlug dann auch mit 90 CUC zu Buche. Der eigentliche Fahrer war auch da und so konnten wir unser Gepäck verladen. Nach einem gemeinschaftlichen Kaffee, den Letitia, unsere Herbergsmutter ausgab, verabschiedeten wir uns und die Fahrt ging in einem recht neuen Jeep von Toyota los.

Die Strecke nach Moa ist wunderschön, es geht durch hügelige Landschaften, mit Bergen im Hintergrund, wo teilweise Landwirtschaft betrieben wird. Moa selbst ist eine Industriestadt. An einer Tankstelle sollten wir den Fahrer wechseln. Wir warteten einige Zeit, wobei uns ein Bettler die ganze Zeit verfolgte, mit einer Fistelstimme sagte er immer „My friend!“, bekreuzigte mehrfach und verbeugte sich in großen Gesten – gut gekriegt hat er nix. Unser nächstes Gefährt war ein Jeep älteren Baujahrs, mit zwei Bänken im hinteren Teil, der offen war und als Dach nur mit einer Plane versehen war. Der Fahrer musste vor Antritt der Fahrt jedoch noch einige Besorgungen machen und so fuhr er mit uns zu verschiedenen Punkten der Stadt. Unter Anderem auch zu sich nach Hause. Nach einer weiteren Irrfahrt kamen wieder an genau der Tankstelle aus, an der wir zuvor gehalten hatten. Hier hielt ein weiteres Auto mit einem spanischen Pärchen an Bord, und nach kurzer Diskussion stiegen die beiden zu uns in den Jeep und wir fuhren tatsächlich weiter.

Die Piste nach Baracoa war in schlechtem Zustand und so ruckelte es die ganze Zeit. Zwischendurch stieg noch irgendein Typ ein, von dem der Fahrer behauptete, es wäre ein Freund. Die Strecke selber ist aber durchaus schön. Sie führt am Meer entlang, durch einige schöne Buchten und den Humboldt Nationalpark. Nach zwei Stunden der Wackelei, kamen wir endlich am Ziel an. Wir haben ein winzig kleines Zimmer etwas außerhalb der Stadt. Nach einer Dusche und etwas Pause haben wir uns dann auf den Weg gemacht, die Stadt zu erkunden. Unser Versuch, bei der Bank jenen Zettel zu erwerben, welcher für die Verlängerung unseres Visums erforderlich ist, blieb erfolglos, da die einzige Bank, bei der das geht schon geschlossen hatte. Das dies die einzige Bank ist, erfuhren wir erst, als wir auch noch die zweite Bank vor Ort besucht hatten, also die einzige die noch auf hatte. Es ist halt etwas komplizierter hier.

Da auch die Busstation schon geschlossen hatte, war es uns auch nicht möglich, die nächste Weiterfahrt zu buchen und so blieb das einzige, was wir noch so geschafft haben, der Besuch im Tourbüro, um uns über die Angebote zu informieren.

Visum Verlängern

Die KircheLeider hatten wir etwas verschlafen und daher sind wir erst so gegen zehn in Richtung Immigration gelaufen, bepackt mit den Klamotten für einen Strandausflug, der für die Zeit danach geplant war. Als wir dort ankamen, hatte sich dort bereits eine riesige Schlange gebildet. Wir fragten wer denn der letzte sei und postierten uns im Wartebereich. Nach einiger Zeit gab die Frau vor uns auf und erklärte uns, nach wem wir denn nun dran seinen. Nach ca. einer halben Stunde Wartezeit entbrannte ein großer Tumult: Alle stürmten in Richtung der Bürotür und riefen wild durcheinander. Leider habe ich wirklich gar nichts verstanden. Und so warteten wir weiter. Die Dame, die vor uns an der Reihe sein sollte war mittlerweile auch verschwunden, während andere, die nach uns da waren in das Büro stürmten. Eine Frau, die ebenfalls wartete und englisch sprach, half uns mit dem Chaos umzugehen. So erfuhren wir, dass wir eh umsonst dort waren, da man nicht so einfach sein Visum verlängern kann, ohne nicht vorher bei einer Bank einen Zettel gekauft zu haben, um damit zu beweisen, dass man die Gebühren für das Visum bereits eingezahlt hat. Gut, das hätte man uns ja auch schon in Berlin in der Botschaft sagen können. Ich wusste schon, dass Visumsverlängerungen immer ein Problem darstellen und es nervt fürchterlich. Fahre also nie in ein Land, in dem es nicht von vornherein verlängerte Visa zu beantragen gibt. Also nach Kuba nur 30 Tage – mehr nicht!

Nach dieser nervigen Aktion haben wir also diese Angelegenheiten auf den nächsten Ort verschoben, denn wir haben ja noch ein wenig Zeit. Wir fragten den nächstbesten Taxifahrer nach einer Fahrt nach Guardalavaca, dem nahegelegenen Badeort mit der Preisforderung waren wir jedoch nicht einverstanden und so nahmen wir ein Bici-Taxi um uns zu der Stelle zu bringen, wo die Collektivos auf Kundschaft warten. Das sind Taxen, die man sich mit anderen teilt. Der Bici-Fahrer war jedoch noch nicht ganz um die Kurve gefahren, da hielt ein Taxi, dessen Fahrer bereit war, nach unseren Bedingungen zu fahren, also stiegen wir ein. Guardalavaca liegt etwa 50km außerhalb und nach etwa einer Stunde Fahrt waren wir da. Unsere erste Station war ein Hotel, in dem sich ein Tauchcenter befinden sollte. Hier erfuhren wir, dass das Hotel nur die Buchungen vornimmt. Schade, aber das heute mit Tauchen nix mehr geht, haben wir uns schon gedacht und so ließen wir uns zum Strand bringen und verbrachten einige Stunden dort, bevor und der Taximann wieder abholte und nach Holguin zurückbrachte. Den Rest des Tages haben wir dann in unserer Casa verbracht.